Das Selbstporträt des Jürgen Bartsch by Paul Moor

By Paul Moor

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Ich will doch nur normal sein!

Erschütternde Grausamkeiten musste sie miterleben und wurden ihr selbst angetan. Schwer vorstellbar und nicht zu fassen, dass Menschen dazu fähig sind, solches Leid zuzufügen. In Ihrem Bericht beschreibt Tina J. nicht nur die Grauen erweckenden Erlebnisse, sondern vor allem sich selbst und ihre inneren Zustände, vor und während ihrer therapeutischen Behandlung.

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Frau Bartsch gab zu, daß Jürgen, »als er arbeiten mußte, vielleicht ein bißchen zu kurz gekommen« sei, und sagte, als ein Mädchen, das sich um Jürgen gekümmert hatte, den Dienst verließ, hätten beide, das Mädchen und Jürgen, geweint; aus einer anderen Stelle der Zeugenaussage ging hervor, daß Jürgen keine Tränen vergossen hatte, wenn er in ein Internat ging oder ein anderes Ereignis eine Trennung zwischen ihm und seinen Eltern bewirkte. Als einzigen Grund für die hermetische Abschließung ihres Sohnes von anderen Kindern gab Frau Bartsch an, die Gegend, in der sie damals in Essen wohnten, habe einen so starken Verkehr gehabt.

Die meisten dieser Fragen, zusammen mit sehr vielen zusätzlichen von mir, die den Fall Jürgen Bartsch betrafen, bildeten die Grundstruktur unserer Korrespondenz. Meine eigenen Briefe an Jürgen, vielleicht noch umfangreicher als seine Antworten, habe ich auf einen minimalen Kommentar zusammengestrichen, damit die Hauptperson in diesem Briefwechsel möglichst zu Wort kommt. Ich finde seine Antworten ausführlich genug; der hellhörige Leser wird kaum einen analytischen Kommentar dazu brauchen. Abgesehen von kleinen, wissenschaftlich völlig belanglosen redaktionellen Kürzungen und Änderungen habe ich stilmäßig nichts an den Briefen geändert.

Mit Recht, natürlich! Und trotzdem hast Du weitergemacht? Ja und ich hätte nie aufhören können Aber wahrscheinlich hätten meine Nerven nicht mehr lange mitgemacht! Habt bitte ein wenig Verstehen und Verzeihen für mich! Bitte! : In meinem ganzen Leben war ich nie auch nur eine Sekunde ungetrübt froh oder glücklich! Weil ich immer wußte wie ich war und selbst nie dagegen ankam! Darunter, in einem Kästchen gesetzt: 43 Die Wärter hier u. auch in Werden sind alle immer sehr nett gewesen! Diese Briefe bieten besonderes Material zum Nachdenken.

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