Das Heilwissen des Paracelsus by Gabriele Zimmermann

By Gabriele Zimmermann

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Ich will doch nur normal sein!

Erschütternde Grausamkeiten musste sie miterleben und wurden ihr selbst angetan. Schwer vorstellbar und nicht zu fassen, dass Menschen dazu fähig sind, solches Leid zuzufügen. In Ihrem Bericht beschreibt Tina J. nicht nur die Grauen erweckenden Erlebnisse, sondern vor allem sich selbst und ihre inneren Zustände, vor und während ihrer therapeutischen Behandlung.

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Plötzlich füllten sich meine Augen mit Tränen. Vergeblich versuchte ich, sie zurückzuhalten. Ich spürte, ich war drauf und dran, loszuweinen wie ein kleines Kind. Ich richtete mich auf und atmete tief ein, um dieses Ding hinunterzubekommen, das mir wie ein breites Messer in der Kehle steckte. Es gelang mir erst, als jener seltsame Geruch meine Brust durchzog, der immer unerklärlich über dem Hof unseres Hauses lag – ein Gemisch aus Moder, dem Geruch des Jasminstrauchs und dem Duft der Blätter des hochstämmigen Orangenbaumes.

Ich stieg die Treppe hinauf, sie vibrierte unter meinen Schritten, als schlüge ihr Puls. Ich fühlte den Messingknauf an der Tür. Dann betrat ich langsam mein Zimmer. An Schlaf war nicht zu denken. Welch kleine enge Welt, die einen des Schlafs beraubt… Welch kleine Welt, begrenzt von einem Krämer, einem Chefredakteur, einem Freund, dessen größter Vorteil darin besteht, nicht so schlimm zu sein wie die anderen? Welche Welt ohne Fenster außer dieser Brust, die den Geruch des Hauses einsaugt wie ein Fisch das Wasser?

Ich nahm meine billigen Zigaretten und ging mit weitausholenden Schritten zur Straße. Auf dem Weg nach Hause spürte ich den seltsamen Geruch in der Nase, spürte ihn mich durchwogen wie eine unwiderstehliche Flutwelle. Waren das die Erinnerungen, die jener unbarmherzige Geruch wachrief? Wie unbarmherzig und wie unwiderstehlich er doch ist! Wie kann mein Vater überhaupt daran denken, das Haus aufzugeben, in dem er seit über sechzig Jahren wohnt? Wie? Füllt denn dieser Geruch nicht seine Brust? Nimmt er denn das Knistern des Laubes nicht wahr, drängt es nicht in seine Adern, wenn er mit müden Schritten über den Granit des Hofes schlurft?

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